Kloster und Management

Diese Rezension befasst sich mit zwei Artikeln zu „Kloster und Management“ („Glaubensfrage“ aus Focus Money vom 02.10. 2003 und „Macher hinter Mauern“ aus Der Spiegel vom 06.01.2003)

Viele Manager suchen Rat in Klöstern. Die beiden vorliegenden Artikel beschreiben einen neuen Trend: Manager stellen gängige Management- und Motivationstheorien in Frage und begeben sich auf die Suche nach menschlicheren Führungsmethoden, basierend auf christlichen Werten.
Diesen neuen Bedarf befriedigen die Klöster, allen voran das in beiden Artikeln dargestellte Kloster Andechs. Kurse mit Titeln wie „Benedikt fürs Management“ oder „Menschen führen – Leben wecken“ sind gut besucht und oft ausgebucht. Große deutsche Unternehmen, wie Daimler Chrysler, Deutsche Bank, BMW oder Siemens schicken ihre Mitarbeiter ins Kloster.

Die Artikel verdeutlichen, dass in Zeiten der Krise die Sinnstiftung Konjunktur hat. Es wird erkannt, dass bekannte Motivationsmittel wie Geld und Äußerlichkeiten nur bedingt nutzen; dass bei bedingungslosem Streben nach Effizienz die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Die beschriebenen Seminare aus den Klöstern vermitteln ein anderes Menschenbild und postulieren eine Veränderung der inneren Haltung.

Natürlich fällt eine Kosten-Nutzen-Darstellung für diese Seminare schwer. So wird es sich zeigen, ob die Popularität der Klosterseminare anhält. Kann eine wirkliche Veränderung in einigen Bereichen initiiert werden oder wird sich dieser aktuelle Trend, wie vieles Anderes aus dem Bereich von Managementtheorien und –seminaren - als kurze Modewelle herausstellen?

(Dem Forum ‚Kirche und Management’ freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Niels Droste, KuM-Partner GFI), 10.03.2004