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Leserkommentar 1 - Liebe direkt weitergeben
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Erfahrungen aus Neuguinea - Marketing vor Ort durch die Menschen

Mir hat mal in Neuguinea ein Entwicklungshelfer von der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) gesagt:
Ihr von der Kirche habt das gut: Ihr könnt noch direkt vor Ort mit einzelnen Menschen arbeiten. Wir hängen hier irgendwo in der staatlichen Verwaltung fest und können unseren Einfluss nur sehr indirekt geltend machen.
Das hat mir die Augen geöffnet für eine der großen Stärken unserer (in meinem Falle ev.-luth.) Kirche: die große personale Nähe zu ihren Mitgliedern. Es gibt ein flächendeckendes und trotz aller Einsparungen noch immer sehr engmaschiges Netz an PastorInnen und MitarbeiterInnen, die prinzipiell in der Lage sind, vor Ort jeden einzelnen Menschen direkt anzusprechen.
Davon können große Firmen ähnlich wie der Entwicklungshelfer in Neuguinea doch nur träumen. Der ganze riesige Aufwand an Marketing und Werbung wird doch gerade betrieben, um die große strukturell bedingte Distanz zwischen Firmen und ihren Kunden zu überwinden.
Das aber haben wir gar nicht nötig. Unsere beste Werbung (oder manchmal eben auch nicht) sind unsere Leute vor Ort. Menschen treten immer dann aus der Kirche aus, wenn sie den persönlichen Kontakt verlieren oder schlechte persönliche Erfahrungen gemacht haben.

"Werbung" im kirchlichen Sinne läuft m.E. deshalb vor allem über Personen. In die kirchliche Werbung investieren bedeutet vor allem: Wir müssen die kommunikative Kompetenz der Menschen vor Ort stärken. Der indirekte Kontakt über mediale Werbung kann immer nur unterstützend sein oder auf konkrete sachliche Projekte bezogen, ie. z.B. jetzt den ökumenischen Kirchentag oder die Aktionen von Miserior und Brot für die Welt.

Das hängt ja auch mit dem "Produkt" der Kirchen zusammen. Es geht doch um Liebe. Um die Liebe Gottes zu uns Menschen und die geschwisterliche Liebe der Menschen untereinander. Liebe ist aber etwas, über das man schon im Alltag eigentlich kaum direkt und plakativ reden kann, sondern viel besser in Metaphern, die das Geheimnis der Liebe wahren, wie z.B. in den Liebesgedichten und den Gleichnissen Jesu. Liebe ist etwas Zartes und Zerbrechliches. Sie lebt vom direkten personalen Kontakt.

Absender: Christoph Meyns - Meyns@gmx.de

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