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Bons für Kollekte, Quittung für die Steuer
Neue Wege der Geldbeschaffung
Dies ist keine Rezension, sondern ein Beitrag aus der Bistumszeitung im Bistum Münster, der aufgrund seiner Kürze im Original wiedergegeben wird.
Um in Zukunft mehr im Klingelbeutel zu haben und neue Spender zu finden, haben fünf Kirchengemeinden im Bistum Hildesheim so genannte Kollektenbons eingeführt. Diese Kärtchen aus Pappe, groß wie Scheckkarten. können Gottesdienstbesucher anstelle von Münzen oder Scheinen in das Kollektenkörbchen geben. Auf der Vorderseite der Kollektenbons sind der Geldwert und das Logo der Pfarrgemeinde aufgedruckt. Verkauft werden sie im Pfarrbüro. Der Vorteil für die Spender: Zum ersten Mal können sie jetzt auch für kleine Beträge eine Spendenquittung bekommen.
Das Fundraisingbüro in Goslar, eine Einrichtung dese Bistums Hildesheim, hat das Projekt angeregt und den ersten fünf teilnehmenden Gemeinden die Druckkosten der Kollektenbons erstattet. Diakon Martin Blankenberg hat für die Gemeinde St. Marien in Lüneburg 200 Bögen mit Bons im Wert von jeweils 30 drucken lassen: Vier Bons zu je 3 Euro, vier zu zwei, vier zu 1,50 Euro und vier Bons im Wert von je einem Euro.
„Wir haben die Bons vor und nach dem Gottesdienst in der Kirche verkauft“, sagt Blankenburg. „Die Leute bezahlen, tragen Ihre Adresse in eine Liste und bekommen später eine Spendenquittung ausgestellt. Ich erwarte davon Mehreinnahmen aus der Kollekte“, sagt Blankenburg. Diese Hoffnung haben alle Gemeinden, die sich an dem Projekt beteiligen. Sie müssten immer stärker danach sehen, wie sie neue Finanzquellen erschließen, begründet der Diakon. Diese Kollektenbons böten eine relativ unkomplizierte Möglichkeit.
Das Geschäft mit den Bons würde außerdem das unternehmerische Denken um Kirchenvorstand und in der Gemeinde fördern. Dass das nicht immer leicht ist, musste Egbert Schülke vom Kirchenvorstand der Heilig-Geist-Gemeinde in Sarstedt erfahren. Seine Vorstandkollegen standen dem Projekt Kollektenbons anfangs skeptisch gegenüber, ehe sie sich für eine einjährige Probezeit entschieden.
Neu ist die Idee der Kollektenbons nicht. In einige Gemeinden der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Thüringen gibt es die Bons schon seit fast 15 Jahren, und auch die Gemeinde St. Michael in Schweinfurt hat die Pappkärtchen schon vor fünf Jahren eingeführt. Mit Erfolg: Im Durchschnitt wurden etwa zehn Prozent Mehreinnahmen erzielt, berichtet Pfarreimitarbeiter Andreas Großkopf.
Im Bistum Hildesheim wird Ende April Bilanz gezogen. Dann wird man wissen, ob auf die fünf Pilot-Gemeinden ein Geldsegen niedergegangen ist.
Ein Beitrag von Almud Schricke, 14. März 2004 – mit freundlicher Genehmigung der „Kirche und Leben – Bistumszeitung im Bistum Münster“.