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Kirchliches Marketing
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Kirchliches Marketing
Steffen Hillebrecht

Die Aufsatzsammlung "Kirchliches Marketing" hat es wirklich in sich.

Auf 165 Seiten werden von verschiedenen Autoren die unterschiedlichsten Ansätze zum Marketing vorgetragen - und auch in recht unterschiedliche Art und Weise: Während der der erste Aufsatz von Siegfried Klostermann von Sinn kirchlichen Marketings sich sehr vorsichtig an das Thema herantastet, um nur ja keinen Leser zu verschrecken, schlägt der letzte Autor, Christian Birkholz, mit seiner Polemik zur "weinerlichen" innerkirchlichen Kommunikationsstruktur ordentlich auf die Querdenker-Pauke.

Auf diese Weise wird zugleich handgreiflich der Temperaturunterschied in der Marketingdiskussion der verschiedenen Kirchenkreise spürbar. Steffen W. Hillebrecht als Herausgeber hat dabei auch Gegensätze nebeneinander stehen lassen, die die Diskussion zur Thema "Marketing in der Kirche" anregen können. Die Positionen rechen von der strikten Ablehnung Karl Barths, die Kirche dürfe "keine Reklame" in eigener Sache zulassen bis zu der "amerikanischen" Position: "Der Zweck heiligt die Mittel!"

Nach einer Rückschau auf die Entwicklung des kirchlichen Marketings bricht Lars Rademacher die Theorie herunter auf die tatsächliche Öffentlichkeitsarbeit in den Gemeinden (sowohl katholische wie evangelische). Michael Urselmann diskutiert die Möglichkeiten einer Ergänzung oder sogar Alternative zur Kirchensteuer durch modernes Fundraising, also Spendeneintreibung.

Volker Dettmer berichtet von den Möglichkeiten, Gottes Botschaft über einen privaten Radiosender zu verbreiten. Daniel Detambel geht auf die Krimiserie "Schwarz greif ein" auf SAT 1ein und Joachim Michalik skizziert die Möglichkeiten, die Adressverwaltung durch EDV für eine direktere Ansprache der Gemeindeglieder zu nutzen.

Alle Aufsätze sind mit einem ausführlichen Anwerkungsapparat zur Vertiefung versehen. Leider fehlen lesefreundliche Zusammenfassungen und gelegentliche grafischen Auflockerungen bzw. mehr Zwischenüberschriften.

Das Taschenbuch ist 1997 in der Reihe KONTUR im Verlag Bonifatius in Paderborn unter der ISBN Nr.: 3-87088-974-8 erschienen und kostet 15,40 €.

Rezensiert für KuM von Joachim von Hein (www.jvhein.de), 04. August 2003


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