Forum Kirche und Management  Zurück  : | :  Startseite 

Ist der Kirche noch zu raten?
Forum KuM

H.Ruhwandl: „Ist der Kirche noch zu raten?“ & H.Schmitz-Peiffer: „Szenario 2000 oder: Quo vadis Kirche?“
in: Theorie Kirchenmanagement, Hg.M.Thomé, Lemmens 1998

Um die Möglichkeiten und Grenzen von Beratungsprozessen in kirchlichen Institutionen wird schon seit vielen Jahren gestritten. Während die einen die Kirchentüren am liebsten verriegeln würden, weil sie Managementansätze mit dem kirchlichen Auftrag für unvereinbar halten, lassen andere sich auf das Wagnis einer externen (Organisations-)Beratung ein.
Allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Woran liegt es? An der Qualität der Beratung oder an der Beratungsresistenz der Kirchen.
Letzteres behauptet Schmitz-Peiffer, Professor für Betriebswirtschaftlehre in Kehl in seinem fiktiven Bericht über die Beratung einer evang.Landeskirche. 9 Jahre nach Abfassung dieses mit Insiderwissen geschriebenen Aufsatzes muss man leider konstatieren: die Realität hat mal wieder die Fiktion überholt. Die Krise der Kirche, so seine These, ist keine finanzielle oder strukturelle, sondern eine ideologische, also religiös/theologische Krise.
Die wachsende Entfremdung der Kirchenmitglieder von der Institution Kirche u.a. aufgrund fehlender Überzeugungskraft bei der Verkündigung des Evangeliums wurde auch bei der pro-bono Beratung der Ev.Kirche in München durch McKinsey als entscheidendes Problem erkannt.

Der Dekan H.Ruhwandl beschreibt anschaulich den Beratungsprozess und verschweigt nicht die Widerstände und Probleme, die sich ergaben. Drei Schwachpunkte wurden von McKinsey ausgemacht:
1. Die Angebotssteuerung ist völlig unterentwickelt. Distanzierte Gemeindemitglieder werden dadurch nicht erreicht.
2. Personalentwicklung ist ein Fremdwort. Konflikte werden nicht bearbeitet.
3. Strukturen sind nicht überschaubar und lähmen die Arbeit.

Diese Diagnose führte zu einer Konzeption mit drei Kernpunkten:
Ja zum Glaubensthema
Ja zur Institution Kirche
Ja zur Nutzung professioneller Methoden
Dadurch soll die Kommunikation des Evangeliums von der Liebe Gottes für die Menschen von heute ermöglicht werden.

Inzwischen wissen wir, dass auch in München trotz des Einsatzes professioneller Methoden und bester Begleitung die Impulse dieser Beratung nur einen kleinen Teil der Gemeinden verändert haben.

Die Frage bleibt akut: Ist die Kirche überhaupt beratungsfähig?

Diese Rezension wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von KuM-Partner Dietrich Bredt-Dehnen.

Lesen Sie hier den Beitrag im Diskussionsforum zum Thema Beratung von Heinz Schmitz Peiffer.


 Zurück  : | :  Startseite