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Instrumente für das Finanzmanagement in NPOs
von Edith Littich als Koordinatorin
In der Aufsatzsammlung „Instrumente für das Finanzmanagement in NPOs“ ist es Edith Littich als Koordinatorin endlich einmal gelungen, die einzelnen Beiträge sowohl inhaltlich als auch stilistisch abzugleichen, so dass eine ideenreiche Übersicht zum Thema „Geldbeschaffung“ für Non-Profit-Organisationen entstanden ist. Ob damit allerdings das umfassende Thema des Titels erschöpfend abgehandelt ist, darf bezweifelt werden. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt eindeutig bei den Themen Sponsoring und Fundraising.
Was in gewerblichen Betrieben der Zusatzkredit finanziere, das ermöglichten in Non-Profit-Organisationen Sponsoring und Fundraising. Deshalb werde die Güte der Finanzwirtschaft in einem Kindergarten beispielsweise gern daran gemessen, wie viele Spendengelder zusammengesammelt wurden.
Allerdings erwarteten die Sponsoren im Gegensatz zu den Kreditinstituten meist eine konkrete Gegenleistung vom Gesponserten, eben die gemeinnützige Dienstleistung. Die staatlichen und sonstigen Subventionsgeber dagegen erwarteten eine genaue Einhaltung der Förderkriterien – ob der erwartete Nutzeffekt auch tatsächlich eingetreten ist, stehe dagegen weniger im Vordergrund….
Die Grundlage für eine Beurteilung des Finanzmanagements in NPOs sei optimaler Weise eine neutrale und professionelle Bonitätsanalyse, die nach Meinung der Autoren auch für NGOs selbst einige Vorteile hätte. Sie werde von außen, zum Beispiel durch einen Wirtschaftsprüfer durchgeführt und könne zur Voraussetzung für weitere Zuwendungen gemacht werden.
Beim Sponsoring werde in erster Linie an die Imagewirkung für den Sponsor selbst gedacht. Die Förderung eines guten Zwecks oder eines Lieblingsthemas, so genannte „Sweetheart-Deals“, bildeten ergänzende Motive für eine Sponsoring-Aktion.
Auch wenn Online-Spendenaufrufe (zum Beispiel in abonnierten Newslettern) erst einen minimalen Anteil am gesamten Spendenaufkommen haben, sollten sie als Akquiseinstrument der Zukunft nicht übersehen werden. Es gibt solche Internet-Spedenaufrufe sowohl im Bereich der Einzelspenden als auch in Form von Fons, an denen sich der Einzahler sowohl zugunsten der NGOs als auch zum Vorteil seines eigenen Kontos in Form von Ausschüttungen beteiligen könne.
Mit Hilfe eines Spender-Analyse-Blattes könne das wahrscheinliche Spendenaufkommen und dessen Steigerungsmöglichkeit realistisch eingeschätzt werden, um auf diese Weise die Hauptstoßrichtung für eine Fundraising-Aktion bestimmen zu können. zum Beispiel eher in Richtung viele Kleinspender oder eher vereinzelte, aber vielleicht regelmäßige Großspender oder in Richtung Testate oder Erbschaften.
Die Wirtschaftlichkeitsanalyse von Fundraising-Aktionen schließlich zeige, ob der eingesetzte Aufwand unter mehreren Gesichtspunkten in einem vernünftigen Verhältnis zum möglichst langfristigen Effekt einer Fundraising-Finanzierung stehe.
Manche gute Hinweise und Systematiken sowie viele versteckte wertvolle Hinweise machen die Lektüre für den Profi oder für Studierende lohnenswert. Insbesondere ist die Aufsatzsammlung für den Praktiker geeignet, der in NPOs eine neue Fundraising oder Sponsoring-Aktion entwickeln möchte. Allerdings muss sich der Leser mit teilweise unnötig kompliziert formulierten Aussagen herumärgern.
rezensiert von KuM-Leser Joachim von Hein, 09. Juni 2003