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Betteln mit Diplom
Chris Löwer
Handelsblatt Karriere und Management
05-25, Jahrgang: 2001
Non-Profit-Unternehmen müssen irgendwie an Spendengelder kommen, um ihre Projekte zu finanzieren. Dieses Spendensammeln geschieht aber längst nicht mehr mit der Blechbüchse, sondern bedarf einer Professionalisierung. Neudeutsch heißt dieses Management des Spendeneintreibens Fundraising.
Seit gut einem Jahr gibt es eine Akademie in Frankfurt, die zum Fundraiser ausbildet. Inhalte sind Teile eines Marketingstudiums einschließlich psychologischer Fragen. Vier einwöchige Präsenzphasen, dazwischen Hausarbeiten und Mentorentreffen sind die Bestandteile. 14.000 DM kostet die Ausbildung und die Nachfrage ist riesig. Dies bestimmt auch, weil sich der Wettbewerb um die 10 Mrd. D-Mark, die jedes Jahr gespendet werden, dramatisch verschärfen wird: Es gibt immer mehr Organisationen, die um die Gunst des Spendenwilligen werben.
So bleibt die Notwendigkeit, die Fundraiser - häufig sind dies Biologen, Mediziner oder Betriebswirte - auch gut zu bezahlen. Von deren Job hängt schließlich die Existenz der Organisationen ab. Dies haben nun auch Universitäten erkannt, an denen es zukünftig ebenfalls solche Ausbildungen geben soll.
Rezensiert für KuM von Marcus Schmitz (05.01.2002)